Silvretta-Ferwall-Marsch Titelbild

Der Silvretta-Ferwall-Marsch – Ein Erfahrungsbericht

Vier Strecken, alpine Landschaften zwischen Silvretta und Verwall, und eine Tradition, die bis in die 1970er Jahre zurückreicht: Der Silvretta Ferwall Marsch zählt zu den bekanntesten Wanderevents in Tirol. Die Kombination aus Tradition, abwechslungsreichen Strecken und alpiner Landschaft macht die Veranstaltung seit Jahrzehnten beliebt. Doch welche Strecke passt zu wem, und wie anspruchsvoll ist das Ganze tatsächlich?

Inhaltsverzeichnis

Während ich die 42-km-Marathonstrecke bereits zweimal gewandert bin, richtet sich der Silvretta Ferwall Marsch längst nicht nur an Langstreckenwanderer. Vom Familienevent bis zur langen Bergwanderung findet hier jeder seine passende Herausforderung. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die hervorragende Organisation, die gute Beschilderung und die Verpflegung entlang der Strecke.

Die Strecken des Silvretta Ferwall Marschs

Einer der Gründe für die Beliebtheit des Silvretta Ferwall Marschs ist die große Auswahl an Strecken. Alle Routen starten in Galtür, unterscheiden sich jedoch deutlich in Länge, Höhenmetern und Anspruch. Vom Familienevent bis zur Marathonstrecke über 42 Kilometer ist für nahezu jedes Leistungsniveau eine passende Variante dabei.

StreckeDistanzHöhenmeterGeeignet für
Familien-Streckeca. 14,6 kmca. 150 hmFamilien, Genusswanderer, Einsteiger
Silvretta-Streckeca. 19,7 kmca. 767 hmWanderer mit erster Bergerfahrung
Ferwall-Streckeca. 30,4 kmca. 1.589 hmAmbitionierte Tageswanderer
Marathon-Streckeca. 42,5 kmca. 2.006 hmKonditionsstarke Wanderer und Langstreckenfans
Ein farbiges Wegweiserschild, dass die jeweilige Wegführung für die vier Unterschiedlichen Strecken des Silvretta-Ferwall-Marsches anzeigt.
Beim Silvretta-Ferwall-Marsch ist für jeden etwas dabei.

Familien-Strecke

Die Familien-Strecke ist die kürzeste Variante des Silvretta Ferwall Marschs und richtet sich an Familien mit Kindern, Einsteigern und alle, die die besondere Atmosphäre der Veranstaltung kennenlernen möchten. Mit rund 15 Kilometern und vergleichsweise wenigen Höhenmetern steht hier nicht die sportliche Leistung, sondern das gemeinsame Naturerlebnis im Vordergrund. Auch auf der kürzesten Strecke bekommt man einen guten Eindruck von der Landschaft rund um Galtür und genießt natürlich auch die besondere Atmosphäre der Veranstaltung.

Geeignet für: Familien, Kinder, Genusswanderer und Einsteiger.

Silvretta-Strecke

Die Silvretta-Strecke eignet sich aus meiner Sicht besonders für Wanderer, die erstmals etwas mehr Höhenmeter und Distanz sammeln möchten, ohne direkt auf eine der langen Strecken zu wechseln. Mit knapp 20 Kilometern und rund 800 Höhenmetern fordert sie zwar Kondition, bleibt aber auch für Wanderer mit wenig Langstreckenerfahrung gut machbar. Wer einen ersten Eindruck von der Veranstaltung bekommen möchte, ist hier aus meiner Sicht genau richtig.

Geeignet für: Wanderer mit erster Bergerfahrung und guter Grundkondition.

Ferwall-Strecke

Für mich ist die Ferwall-Strecke die logische Wahl für alle, denen die Silvretta-Strecke zu kurz, die Marathonstrecke aber noch etwas zu groß erscheint. Mit über 30 Kilometern und rund 1.600 Höhenmetern ist sie bereits deutlich mehr als eine klassische Tageswanderung. Gleichzeitig verläuft sie durch einige der schönsten Abschnitte der Veranstaltung. Sie vermittelt einen sehr guten Eindruck davon, was den Silvretta Ferwall Marsch ausmacht: lange Wege, beeindruckende Bergkulisse und viele Stunden in der Natur.

Geeignet für: Ambitionierte Wanderer, die Erfahrung mit längeren Tagestouren haben.

Marathon-Strecke

Mit rund 42 Kilometern ist die Marathonstrecke die längste Route des Silvretta Ferwall Marschs. Sie verbindet zahlreiche landschaftliche Höhepunkte zwischen Silvretta und Verwall und führt über mehrere alpine Pässe und Hütten. Ich bin die Strecke inzwischen zweimal gewandert und war jedes Mal überrascht, wie gut sich die Distanz dank der hervorragenden Organisation und der Verpflegungsstationen bewältigen lässt. Wer eine echte Langstreckenwanderung in alpiner Umgebung sucht, findet hier die größte Herausforderung der Veranstaltung.

Ein weiterer Pluspunkt: Wer merkt, dass die Kräfte schwinden, kann unterwegs auf die kürzere Ferwall-Strecke zurückkehren. Vor dem letzten großen Anstieg gibt es zudem einen Zeitlimit-Kontrollpunkt für die Marathonstrecke.

Geeignet für: Konditionsstarke Wanderer mit Erfahrung bei langen Tageswanderungen.

Ein Schild an einer Berghütte, das die Kontrollstelle an der Heilbronner Hütte auf 2.320m markiert.
Eine der Kontrollstellen, bei der die Kontrollkarte abgestempelt wird.

42 Kilometer zwischen Silvretta und Verwall: Meine Erfahrungen

Für mich beginnt der Silvretta Ferwall Marsch bereits am Vortag mit der Abholung der Startunterlagen. So startet der Wandertag deutlich entspannter. Im Starterpaket finden sich neben wichtigen Informationen zur Veranstaltung auch einige Goodies.

Die ersten Kilometer: Ankommen statt Durchstarten

Am Samstagmorgen um 6 Uhr geht es für mich auf die Marathonstrecke. Die frühe Startzeit sorgt auf den 42 Kilometern für ausreichend Zeitpuffer und die eine oder andere Foto-, Verpflegungs- oder Brotzeitpause.

Zur Teilnahme gehört eine Kontrollkarte, die unterwegs mehrfach gelocht wird. Anfangs ignoriert man sie noch weitgehend. Gegen Ende des Tages schaut man deutlich interessierter darauf, wie viele Stationen bereits geschafft sind.

Die ersten Kilometer über Wirl in Richtung Zeinisjoch nutze ich vor allem, um meinen Rhythmus zu finden. Technisch ist dieser Abschnitt wenig anspruchsvoll und eignet sich gut zum Einlaufen.

Das erste Fotomotiv des Tages

Am Zeinissee wartet mit dem markanten Rostschild des Silvretta Ferwall Marschs eines der beliebtesten Fotomotive entlang der Strecke. Bis hierher fühlt sich die Marathonstrecke eher wie eine lange Bergwanderung als wie eine sportliche Herausforderung an.

Bild vom Zeinissee und seiner alpinen Umgebung beim morgendlichen Alpenglühen; im Vordergrund der als Fotomotiv berühmte Rostrahmen.
Der Zeinissee mit dem Rostschild beim morgendlichen Alpenglühen – Ein beliebtes Fotomotiv.

Über die Verbella Alpe geht es weiter zur Heilbronner Hütte. Die Wege sind gut begehbar, die Beschilderung hervorragend und die Landschaft wird zunehmend alpiner.

An der Heilbronner Hütte habe ich mir etwas mehr Zeit genommen. Spätestens hier wurde für mich deutlich, wie gut die Veranstaltung organisiert ist. Nach den ersten Stunden auf der Strecke kam diese Pause genau richtig, bevor es weiter Richtung Grieskogeljoch ging.

Alpines Panorama bei bestem Wetter. Im Vordergrund laufen vier Leute am Grat entlang.
Hinter der Heilbronner Hütte beginnt die Strecke nochmal schöner zu werden.

Jetzt wird es alpiner

Hinter der Heilbronner Hütte beginnt für mich der schönste Abschnitt der Strecke. Der Anstieg zum Grieskogeljoch zieht sich dabei länger, als man zunächst vermuten würde. Mehr als einmal war ich überzeugt, den höchsten Punkt bereits erreicht zu haben. Die Strecke war jedes Mal anderer Meinung.

Oben angekommen warten traumhafte Ausblicke auf die Bergwelt zwischen Silvretta und Verwall. Spätestens hier lohnen sich die zusätzlichen Höhenmeter. Für mich gehört dieser Abschnitt zu den landschaftlichen Highlights des Tages.

Wunderschönes, weites Alpenpanorama mit Blick auf ein ehemaliges Gletschertal, Schuttkegel und Berggipfel bei bestem Wetter.
Der Anstieg zum Grieskogeljoch hat optisch Einiges zu bieten.

Der anspruchsvollste Abschnitt der Strecke

Der folgende Abstieg ist für mich der technisch anspruchsvollste Teil der Marathonstrecke. Während ich den Großteil der Route als unkompliziert empfinde, sollte man hier konzentriert und trittsicher unterwegs sein.
Danach entspannt sich das Gelände wieder. Der Weg zur Friedrichshafener Hütte lässt sich angenehm gehen und bietet Gelegenheit, etwas durchzuatmen. Später im Tal besteht die Möglichkeit auf die kürzere Ferwall-Strecke zu wechseln.

Ein gerader Kamm auf dem Menschen laufen. Rechts ein kleiner Bergsee und links geht es steil runter.
Der Weg zu Friedrichshafener Hütte ist technisch eher entspannt.

Noch einmal Höhenmeter sammeln

Über Außertschafein geht es schließlich weiter in Richtung der Larein Alpe. Der Anstieg ist technisch deutlich einfacher als jener zum Grieskogeljoch, nach vielen Stunden auf den Beinen macht er sich dennoch bemerkbar.
Der letzte Abschnitt zurück nach Galtür sieht auf der Karte harmlos aus. In der Praxis kann er sich überraschend ziehen. Irgendwann taucht das Ziel bereits im Tal auf und motiviert zum Weitergehen. Gleichzeitig wird schnell klar, dass noch einige Kilometer davor zu bewältigen sind. Der Galtürer Höhenweg beschreibt einen letzten Bogen um den Berg und bietet noch einmal schöne Ausblicke ins Tal, bevor schließlich die letzten Kilometer zurück zum Dorfplatz führen.

Elisabeth auf der Larein Alpe mit ihren zwei Begleitern.
Das bin ich mit meinen zwei Begleitern auf der Larein Alpe.

Ankommen statt Aufhören

Umso schöner ist die Ankunft im Ziel. Nach vielen Stunden auf den Beinen freue ich mich dort nicht nur über Essen und Getränke, sondern auch über die entspannte Atmosphäre. Während die einen ihre Urkunde abholen, sitzen andere noch bei einer Brotzeit zusammen und tauschen ihre Erlebnisse aus. 
Besonders positiv in Erinnerung geblieben sind mir die vielen Helfer entlang der Strecke. Egal ob an den Kontrollpunkten oder Verpflegungsstationen: Die Stimmung war durchweg freundlich und unkompliziert. Auch die Verpflegung zählt für mich zu den großen Pluspunkten des Silvretta Ferwall Marschs. Für einen langen Wandertag wird erstaunlich viel geboten, und unterwegs muss definitiv niemand hungrig bleiben.

Rückblickend bleiben vor allem die abwechslungsreiche Landschaft, die vielen engagierten Helfer und die hervorragende Organisation in Erinnerung. Genau diese Mischung macht den Silvretta Ferwall Marsch für mich zu einer der schönsten Wanderveranstaltungen in den Alpen.

Welche Ausrüstung braucht man für den Silvretta Ferwall Marsch?

Die Anforderungen hängen stark von der gewählten Strecke ab. Für die Familien- und Silvretta-Strecke reicht meist die klassische Wanderausrüstung für einen Tagesausflug in den Bergen. Auf der Ferwall- und Marathonstrecke sollte die Ausrüstung dagegen auch auf wechselhaftes Wetter und einen langen Tag in den Bergen ausgelegt sein.

Wanderschuhe

Wichtiger als die Schafthöhe ist aus meiner Sicht ein bereits eingelaufener Schuh. Blasen können einen langen Wandertag deutlich unangenehmer machen als jeder Anstieg. Viele Teilnehmer sind mit Wanderschuhen, andere mit Approachschuhen, knöchelhohen Wanderschuhen oder sogar Trailrunningschuhen unterwegs. Entscheidend ist letztlich, womit man auch nach vielen Stunden noch komfortabel gehen kann und einen guten Grip hat.

Bekleidung

Das Wetter in den Bergen kann sich schnell ändern. Bewährt hat sich das Zwiebelprinzip aus einem Funktions- oder Merinoshirt, einer leichten Isolationsschicht wie einer Windjacke, Softshelljacke oder Fleecejacke, sowie einer robusten Regenjacke.

Dazu kommt eine Trekkinghose mit ausreichend Bewegungsfreiheit.

Wanderrucksack

Für die längeren Strecken empfehle ich einen Wanderrucksack mit ausreichend Platz für Wechselkleidung, Verpflegung, Getränke (Trinksysteme) und eine zusätzliche Schicht wie eine leicht gefütterte Kunstfaserjacke für kühle Abschnitte. Wer gerne minimalistischer unterwegs ist, kann auch einen Trailrunningrucksack verwenden.

Wanderstöcke

Gerade auf der Marathon- und Ferwall-Strecke können Wanderstöcke sinnvoll sein. Sie entlasten die Knie bei langen Abstiegen und helfen, die Kräfte besser einzuteilen.

Verpflegung

Entlang der Strecke gibt es mehrere Verpflegungsstationen. Trotzdem habe ich immer eigene Snacks dabei. Bewährt haben sich Riegel, Trockenfrüchte oder andere Lebensmittel, die ich auch auf normalen Bergtouren gerne esse.

Die optimale Vorbereitung

Der Silvretta Ferwall Marsch ist kein Wettkampf. Trotzdem sollte die gewählte Strecke zum eigenen Fitnesslevel passen.

Für die Familien- und Silvretta-Strecke reichen regelmäßige Wanderungen meist aus. Wer die Ferwall- oder Marathonstrecke plant, sollte bereits Erfahrung mit längeren Tagestouren gesammelt haben.

Wichtiger als die Geschwindigkeit ist die Fähigkeit, viele Stunden in Bewegung zu bleiben. Lange Wanderungen, Höhenmeter und das Tragen eines Rucksacks lassen sich am besten durch regelmäßige Bergtouren trainieren.

Meine persönlichen Tipps

  • Die Strecke sollte zum eigenen Fitnesslevel passen.
  • Früh starten lohnt sich, besonders auf der Marathonstrecke.
  • Neue Schuhe gehören nicht an den Veranstaltungstag.
  • Auch bei guter Verpflegung entlang der Strecke sind eigene Snacks sinnvoll.
  • Die Kontrollkarte nicht verlieren.
  • Die ersten Kilometer bewusst ruhig angehen.
  • Und vor allem: Genießt die Zeit!

FAQ

Was ist der Silvretta-Ferwall-Marsch?

Eine traditionsreiche Wanderveranstaltung in Galtür mit vier Strecken zwischen 15 und 42 Kilometern.

Wann und wo findet der Silvretta Ferwall Marsch statt?

Jährlich im Sommer in Galtür. Start und Ziel befinden sich im Ortszentrum.

Wie lang sind die Strecken?

Je nach Route zwischen ca. 15 und 42 Kilometern sowie etwa 150 bis 2.000 Höhenmetern.

Welche Strecke eignet sich für Anfänger?

Die Familien- und die Silvretta-Strecke richten sich besonders an Einsteiger.

Benötigt man spezielle Ausrüstung?

Nein. Gut eingelaufene Schuhe und wetterfeste Kleidung sind wichtiger als Spezialausrüstung.

Kann man den Silvretta-Ferwall-Marsch auch als Wanderer absolvieren?

Ja. Es handelt sich um eine Wanderveranstaltung ohne Zeitmessung.

Ist der Silvretta-Ferwall-Marsch für Familien geeignet?

Ja. Mit der Familien-Strecke gibt es eine eigene Route für Familien und Einsteiger.

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Bergfreundin Elisabeth

Elisabeth lebt im Oberallgäu und verbringt jede freie Minute draußen: auf TrailrunningRunden, Ultradistanzen, Schneeschuhtouren oder mehrtägigen Wanderungen. Als Fitnesstrainerin A-Lizenz und Übungsleiterin im Rehasport bringt sie fundiertes Wissen zur Trainingssteuerung mit – und als Technikfan ein besonderes Faible für Sportuhren und OutdoorGear. Seit 2022 arbeitet sie bei den Bergfreunden als Gearhead im Kundenservice und verbindet dort ihre Erfahrung aus dem Ausdauersport mit praxisnaher Beratung.

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